Grafik-Design // Type Design // Kalligrafie // Illustration // PAGE online // Experimente // Veröffentlichungen //
FreeFonts 1.0 // Kontakt // Impressum //
 
 
Von September 2013 bis April 2015 haben wir jeden Monat einen Artikel zum Thema "FreeFonts" in der Page-Online veröffentlicht. Die gesammelten Artikel gibt es hier noch einmal zum nachlesen.

Obwohl immer mehr Angebote im Internet kostenpflichtig werden, gibt es auch noch digitale Inhalte, die man umsonst erhalten kann. Bei Schriften ist das Angebot fast unüberschaubar. Internetseiten wie dafont.com bieten Tausende von Schriften zum Download an und auch bei Schrifthändlern wie z.B. MyFonts.com oder FontShop.com gibt es immer wieder einzelne Schriften die sich kostenlos herunterladen lassen. Die Qualität ist dabei stark schwankend. Neben voll ausgebauten Schriftfamilien mit zahlreichen Sonderzeichen, Ligaturen und einem sorgfältigem Kerning gibt es reine Versalschriften, die sich nicht einmal für den Headlinesatz eignen.
 
 
FreeFont des Monats März 2015: Nexa Rust

"Nexa" ist der Name geometrischen, konstruierten Schriftfamilie der kleinen Fontfabric Type Foundry.

Neben der serifenlosen Nexa gibt es auch eine Varianten mit betonten Serien, die Nexa Slab. Die Schriftfamile ist eine richtige Großfamilie und umfasst insgesamt 36 Schnitte. Gestaltet wurden die Schriften von dem bulgarischen Designer Svetoslav Simon, der auch Gründer der Fontfabric ist. Die Nexa zählte 2012 zu den am besten verkauften Schriften bei MyFonts.


Die jetzt neu erschienene, handgemachte Version der Nexa, die "Nexa Rust" lässt die bisher schon große Schriftfamilie um weitere 83 Schnitte anwachsen. Gestaltet wurde die Erweiterung der Schriftfamilie von Radomir Tinkov, Svetoslav Simov, Ani Petrova & Vasil Stanev (Fontfabric). Die unregelmäßigen Outlines und - bei einigen Schnitten die zusätzlich strukturierte Fläche - unterstützen den handgemachten Charakter der Schriften.

Neben der schattierten Versionen gibt es fette Schnitte ohne Schatten, leichte Versionen besonders für kleine Schriftgrößen, passende Schreibschriften, sowie zusätzlich einige Symbolfonts.

Aus dem gesamten Paket gibt es fünf Schnitte - einen aus jeder Kategorie - kostenlos. Die gut ausgebauten Schriften verfügen über alle notwendigen Sonderzeichen und Akzente, in den fünf kostenlosen Versionen fehlen allerdings einige andere Sonderzeichen (Bindestrich, Gedankenstrich, Semicolon, Währungszeichen, Grad, Asterics etc.) Trotzdem eignet sich die Schriftfamilie ganz hervorragend für Retropackaging und liebevoll gestaltete Headlines. Herunterladen kann man die "Nexa Rust" zum Beispiel hier.


Lizenz
Die Schrift kann für persönliche und kommerzielle Projekte eingesetzt werden, das Einbetten in PDFs ist erlaubt. Bei der Verwendung auf Internetseiten (@font-face) muss in Link zu Fontfabric auf der Seite eingefügt werden.
 
 
FreeFont des Monats Februar 2015: Papier Sans

Handschriften bringen eine persönliche Note in Drucksachen. Oft fehlen jedoch gerade diesen Schriften die grundlegenden Sonderzeichen und Akzente. Um so schöner, wenn eine Schrift nicht nur die Sonderzeichen besitzt sondern gleich auch noch in mehreren Schnitten vorliegt.

Die vom französische Designer Jack Usine auf seiner Internetseite für eine gelungene Digitalisierung einer freien Handschrift. Die schnörkellose, geradlinige und schmallaufende Handschrift wird durch die eigenwilligen aber nicht unpassenden Formen einiger Buchstaben (F,G,W, g) gelockert und wirkt dadurch noch etwas persönlicher. Zusätzlich zu den Buchstaben ergänzen noch eine Reihe von verschiedenen Pfeilen die Schrift. Hier gibt es ein PDF mit einer Übersicht der verfügbaren Buchstaben. Neben dem aufrechten Schnitt (regulär) stehen eine kursive und eine fette Variante zur Verfügung. Herunterladen kann man die "Streetwear" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift lässt sich für private und kommerzielle Zwecke kostenlos nutzen.
 
 
FreeFont des Monats Januar 2015: Streetwear

Schriften sind immer auch ein Spiegel der Zeit in der sie entstanden oder auf die sie sich beziehen. Sie können dabei auf vermeintliche oder wirkliche Qualitäten vergangener Epochen verweisen. Als Designer kann man die Schrift mit aus der gleichen Zeitepoche stammenden Elementen verwenden und so den historischen Eindruck noch verstärken oder die Schrift bewußt in Kontrast zu moderner Gestaltung setzen.

Ein gelungenes Beispiel einer Retroschrift, die auch die Möglichkeiten von Open Type ausnutzt, ist die 2014 veröffentlichte "Streetwear". Wie der Name schon andeutet, ist die Schrift von Mode- und Fashionlabeln aus den 60er und 70er Jahren inspiriert. Gestaltet und veröffentlicht wurde die Schrift vom Lettern und Type Design Studio "Artimasa" in Banda Aceh, Indonesien. Das kleine Gestaltungsbüro ist spezialisiert auf Logodesign und individuelles Lettern.


Die kräftige Schreibschrift eignet sich besonders für die Gestaltung von Headlines und Logos. Die geschwungenen Abstriche und Verzierungen von bis zu acht Alternativbuchstaben (beim kleinen "h") erlauben dabei in Open Type fähigen Programmen eine individuelle Gestaltung. Eine Video-Anleitung der Gestalter zeigt dabei wie es geht. Die Schrift verfügt über Akzente und deutsche Umlaute, es fehlt lediglich das "ß". Herunterladen kann man die "Streetwear" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift lässt sich für private und kommerzielle Zwecke kostenlos nutzen.
 
 
FreeFont des Monats Dezember 2014: Comic Neue

Die bei Grafik-Designer wohl unbeliebteste Schrift ist die handschriftliche Grotesk "Comic Sans". Entwickelt wurde sie 1994 von Vincent Connare während seiner Tätigkeit für Microsoft. Sie ist auf den meisten Rechnern vorinstalliert und wird besonders von nichtprofessionellen Gestalter gern eingesetzt - auch als Schrift für den Fließtext.

Die zerdrückten und teilweise seltsam verformten Buchstabenformen der Comic Sans stehen ihrem Anspruch eine lässige Handschrift für vielfältige Einsatzbereiche zu sein im Wege. Eine echte kursive Version der Comic Sans (die bis dahin von den Benutzern meist einfach schräggestellt wurde) gibt es erst mit Microsoft Windows 8 (2012).

Seit dem 7. April 2014 gibt es auch für Typofreunde eine echte Alternative zur Comic Sans die sich bemüht, Buchstabenformen zu verbessern und Unregelmäßigkeiten auszumerzen: Comic Neue (noch ohne Akzente).


Die von dem australischen Designer Craig Rozynski gestaltete Schriftfamilie (sein Twitter-Profil nennt ihn einen "Font Philanthropen") beinhaltet zwei Versionen der Schrift: Die Comic Neue mit abgerundeten Endungen und die die Comic Neue Angular mit eckigen Kanten. Jede der beiden Versionen gibt es in sechs Schnitten (light, regular und bold mit den dazugehörigen Kursiven), so dass die gesamte Familie 12 Schnitte umfasst. Die einzelnen Schnitte sind mit der gleichen Laufweite angelegt, ein fetter Schnitt nimmt also nicht mehr Raum ein als die leichte Variante.

Zu den Bewunderern der neuen Version zählen der ursprüngliche Gestalter der Schrift Vincent Connare ("Someone created a slightly less horrible version of Comic Sans") und der Schriftgestalter Tobias Frere-Jones, der auf Spiegel.de schrieb: "Ich schätze Rozynski Bemühungen, die Formen der Comic Sans zu verbessern."

Nach der ersten Veröffentlichung entschloss sich Rozynski die erfolgreiche Neuinterpretation zu überarbeiten und zu erweitern (die zuerst präsentierte Comic Neue beinhaltet noch keine Sonderzeichen und Akzente). Über die Crowdfounding-Plattform Kickstarter bemühte Rozynski sich um Mittel für die Arbeit. Die Finanzierung stand nach kurzer Zeit. Für den 24. Dezember ist die überarbeitete Version der Comic Neue angekündigt, die dann rund 40 Sprachen unterstützen und zudem im Kerning verbessert sein wird. Herunterladen kann man die "Comic Neue" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird unter der CCO 1.0 Universal Public Domain Dedication Lizenz zum Download angeboten (no copyright), damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.
 
 
FreeFont des Monats November 2014: Lobster Two

Die wahrscheinlich größte Gruppe unter den frei verfügbaren Schriften stellen die kalligrafischen Schriften, die Script- und Handschriften. Gut gemachte Varianten sind rar und oft fehlen die im deutschen Sprachraum so wichtigen Umlaute.

Ein weiteres Problem der Schreibschriften sind die Anschlüsse; um ein geschlossenes Schriftbild zu erzielen, sollten sich die Buchstaben wie in einer durchgehenden Handschrift berühren. Das ist schwierig.

Für die hier vorgestellte "Lobster Two" hat ihr Designer Pablo Impallari das einmal durchgerechnet: Auch bei nur 26 Kleinbuchstaben gibt es für jeden einzelnen Buchstaben mehr als 600 Kombinationsmöglichkeiten, für das komplette Alphabet ergeben sich 15.600 mögliche Varianten. Es ist nahezu unmöglich, die Verbindung aller Buchstaben zu gewährleisten ohne ästhetische Kompromisse einzugehen, die die Gestaltung der Buchstaben beeinträchtigen.
Anstatt die einzelnen Buchstaben zu bearbeiten um die Verbindung der Formen zu erreichen, wählte Pablo Impallari einen anderen Weg: Open Type erlaubt es, mehrere Versionen eines Buchstabens zu erstellen und dann abhängig vom vorhergehenden oder folgenden Buchstaben zu verwenden. Die "Lobster Two" enthält also mehrere Varianten einzelner Buchstaben und zusätzlich jede Menge von Buchstabenpaaren (Ligaturen). Aktuell enthält die Schrift 79 Ligaturen, darunter so ungewöhnlie wie "ez", "ex" und "os". Zusätzlich enthält die Schrift 37 Endformen, Varianten für Buchstaben, die am Ende eines Wortes stehen und sich also nicht mit einem folgenden Buchstaben verbinden müssen. In Programmen die Open Type unterstützen (z.B. Adobe InDesign, Illustrator etc.) geschieht die Anwendung der Ligaturen nach Aktivierung der entsprechenden Option automatisch.

Lobster Two" ist die erweiterte Version der ursprünglichen "Lobster". Neben dem bisherigen Schriftschnitt gibt es nun auch noch einen leichteren Schnitt sowie zwei aufrechte Varianten. In Anlehnung an die lateinischen Buchstaben der "Lobster Two" gibt es auch eine von Alexei Vanyashin and Gayaneh Bagdasaryan entwickelte kyrillische Version der Schrift, die auch osteuropäische Schriftsysteme unterstützt (russisch, ukrainisch, mazedonisch und serbisch). Herunterladen kann man die "Lobster Two" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.
 
 
FreeFont des Monats Oktober 2014: Source Sans Pro

Die "Poly" ist ein Entwurf des argentinischen Gestalters José Nicolás Silva Schwarzenberg und war sein Abschlußprojekt in Typeface Design an der University of Buenos Aires.

Die ursprüngliche Intention war, eine Schrift zur Darstellung agglutinierender Sprachen zu entwickeln. Wikipedia erklärt den agglutinierenden Sprachbau so: In agglutinierenden Sprachen - lat. agglutinare "ankleben"- wird die grammatische Funktion, beispielsweise Person, Zeit, Kasus, durch das Anfügen von Affixen kenntlich gemacht (Agglutination). Der agglutinierende Sprachbau ist in der Sprachtypologie Wilhelm von Humboldts und August Wilhelm Schlegels eine Unterart des synthetischen Sprachbaus. Schwarzenberg wollte speziell für eine in Südamerika verbreitete Sprache (Wayuunaiki) eine Schrift entwickeln und richtete seine besondere Aufmerksamkeit dabei auf die diakritischen Zeichen (also Buchstaben mit Akzenten).

Die "Poly" ist eine Serifenschrift mit einem mittleren Kontrast. Kurze Unter- und Oberlängen und eine große x-Höhe sorgen für eine gute Lesbarkeit auch in kleinen Geraden. Aufgrund der sorgfältigen Balance zwischen x-Höhe und der Buchstabenbreite ist die Poly nach Schwarzenbergs Ansicht besser Lesbar als Standard Webfonts. Die agglutinierenden Sprachen enthalten teilweise sehr lange Wörter, eine Besonderheit, die die Gestaltung der "Poly" Rechnung berücksichtigt.


Als Unicode Schrift unterstützt die "Poly" Open Type Features und Sprachen die das lateinische Alphabet und seine Varianten verwenden. Die gutausgebaute Schrift enthält neben zahlreichen diakritischen Zeichen auch echte Kapitälchen und verschiedene Ziffernvarianten. "Poly" war ausgewählt für die II. Ibero-amerikanische Design Biennale. Herunterladen kann man die "Poly" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.
 
 
FreeFont des Monats September 2014: Source Sans Pro

Auch große Firmen veröffentlichen bisweilen kostenlose Schriften. Die Source Sans Pro ist Adobes Open Source Schriftfamilie. Zur Zeit gibt es folgende Schnitte der Schrift: Extra Light, Light, Regular, Semibold, Bold und Black (jeweils kursiv und regulär).

Gestaltet wurde die Schrift von Paul D. Hunt, der seine Karriere 2004 als Schriftgestalter bei der P22 Type Foundry begann. An der University of Reading (England) vertiefte Hunt seine Kenntnisse und beendete das Studium 2008 mit einem Mastertitel. Seit 2009 ist Hunt als Schriftgestalter und -entwickler für Adobe tätig.

Für Source Sans Pro, Adobes erste Open Source Schrift, arbeitete Hunt mit dem vielfach preisgekrönten Schriftdesigner Robert Slimbach (Leiter der Schriftentwicklung bei Adobe) zusammen. In erster Linie für ist die Schrift für den Einsatz auf dem Bildschirm gedacht (User Interface).

Vorbild für die Schrift waren die serifenlosen amerikanischen Schriften vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Besonderen Wert legte Paul D. Hunt darauf, die in den Vorbildern enthaltene Klarheit und die sehr gute Lesbarkeit auch in seiner Schrift zu realisieren. Deshalb bemühte er sich, die Form der Buchstaben bis auf das Wesentliche zu reduzieren ohne dabei jedoch die Differenzierung ähnlicher Buchstabenformen zu vernachlässigen.

Eine weitere Zielsetzung bei der Gestaltung der Schrift war eine Schrift zu entwerfen, die auch als längerer Fließtext noch gut gelesen werden kann. Ein Mittel dabei sind die Proportionen der Schrift: etwas breiter laufend mit einer geringeren Höhe der Großbuchstaben und Kleinbuchstaben mit großen Ober- und Unterlängen.

Die Source Sans Pro unterstützt eine ganze Reihe von Sprachen die das lateinische Alphabet verwenden. Die nicht kursiven Schnitte enthalten zusätzlich das griechische und das erweiterte kyrillische Alphabet. Weitere Mitglieder der Schriftfamilie sind die Source Code Pro, eine Monospace-Version die speziell für die Bedürfnisse beim Programmieren entwickelt wurde und die Source Serie Pro.

Herunterladen kann man die "Source Sans Pro" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird als Open Source Projekt weiterentwickelt um den Zeichenumfang zu erweitern. Adobe lädt interessierte Gestalter zur Mitarbeit ein, dazu kann unter GitHub der aktuelle Stand sowie weitere Informationen abgefragt werden.
 
 
FreeFont des Monats August 2014: Fette Unz Fraktur

Spätestens seit dem Erfolg von Judith Schalanskys vielfach preisgekröntem Buch "Fraktur mon Amour" ist klar, dass es noch immer ein Interesse an gebrochenen Schriften gibt. Nicht nur von Heavy Metal und Punk Bands oder Bierbrauereien werden Frakturschriften eingesetzt - auch in anderen Bereichen werden sie verwendet. Und als interessantes Initial lassen sich gebrochene Schriften immer gut einsetzen. Auch moderne Schriftdesigner entwerfen zeitgemäße Frakturschriften (z.B. die niederländische Foundry Underware mit ihrer Schrift Fakir Pro).

Zu einem typischen Vertreter der traditionellen gebrochenen Schriften zählt die hier vorgestellte Fette Unz Fraktur, die von Peter Wiegel digitalisiert wurde. Die "Fette Unz Fraktur" ist eine fette Akzidenz-Schrift und entstand am Anfang des 20. Jahrhunderts. Neben den Standardzeichen und Akzenten wurden in der Vorlage nicht enthaltene Zeichen wie "@" und "€" ergänzt.

Herunterladen kann man die "Fette Unz Fraktur" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.
 
 
FreeFont des Monats Juli 2014: Mr Bedfort

Zwischen 1930 bis zum Ende des zweiten Weltkriegs war in den USA die Blütezeit des "Handlettering". Allein in New York City gab es 200 professionelle Schriftkünstler und auch in der Bevölkerung muß das kalligrafische Schreiben einen hohen Stellenwert besessen haben. Mit dem Beginn des Photosatzes und später des digitalen Schriftsatzes begann der Niedergang der schönen Handschriften.

Aus der Hochzeit des Handletterings stammt die "Charles Bluemlein Script Collection", eine Sammlung von 32 Schreibschriften. Charles Bluemlein sammelte über Jahre hinweg von Freunden und Bekannten Handschriftenproben und Unterschriften, studierte sie sorgfältig, interpretierte und ergänzte fehlende Buchstaben. Am Ende des Prozesses lagen vollständige Alphabete vor. Bluemlein verlieh den so entstandenen Schriften fiktive Namen. Erstmals veröffentlich wurde die Sammlung dann 1944 in dem Büchlein "Script and Manuscript Lettering" das der Higgins Ink Company als Werbematerial für ihre Schriften diente.

Alejandro Paul und seine Sudtipos Typefoundry haben die Bluemlein Schreibschriften weiter ausgebaut und an die heutigen Erfordernisse angepasst. Dabei wurde besonderen Wert darauf gelegt, die historischen Schriften möglichst authentisch wiederzugeben. Schriftinteressierten ist der Name Alejandro Paul sicherlich ein Begriff: Alejandro Paul ist argentinischer Typedesigner und Mitbegründer der Sudtipos Foundry. Aktuell lehrt er Typografie an der "Universidad de Buenos Aires". Seine Schriften wurden mehrfach ausgezeichnet, bislang erhielt er viermal ein "Certificate of Excellence" des Type Director Clubs für die Schriften Burgues Script (2008), Adios Script (2009), Poem Script (2011) und Hipster Script (2012). Schon die Namen der prämierten Schriften deuten es an: Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf kalligrafischen Schreibschriften.

Eine der Schriften der "Charles Bluemlein Script Collection" die Alejandro Paul digitalisierte, ist die hier vorgestellte "Mr Bedfort". Die leicht nach links geneigte Schrift wirkt durch den starken Kontrast der Strichstärken sehr lebhaft. Eigenwillige Buchstabenformen (das kleine "e" zum Beispiel) tragen zum Charakter der Schrift bei.

Herunterladen kann man "Mr Bedfort" zum Beispiel hier.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.
 
 
FreeFont des Monats Juni 2014: Exo 2

Die Geschichte der Exo 2 beginnt 2009 als selbstinitiertes Projekt des portugiesischen Studenten Natanael Gama an der Escola Superior de Artes e Design (Matosinhos, Portugal) im Studiengang Multimedia Design. Eine Zeitlang verschwindet die unvollendete Schrift in Gamas Schublade.

Nach einer kreativen Pause entschließt er sich an der Schrift weiterzuarbeiten und startet zur Finanzierung der Arbeit ein Kickstarter Projekt. Über die Plattform kann Natanael Gama 7.500 Dollar für die Vollendung der Schrift generieren und veröffentlicht 2011 die erste Version der Exo, die seitdem in der Google Fonts Library erhältlich ist.

Die Exo ist eine konstruierte, serifenlose Schriftfamilie mit einer technischen Anmutung, neun verschiedene Schriftschnitte (der maximal darstellbare Umfang eine Schriftfamilie im Internet) mit den dazugehörigen kursiven Schnitten - ingesamt 18 Fonts. Aufgrund des großen Erfolges der Schrift läßt Google sie 2013 von Natanael Gama komplett überarbeiten. Das im Dezember 2013 veröffentlichte Ergebnis ist die Exo 2.

Die Schrift ist besser ausbalanciert, wirkt organischer und lässt sich in kleineren Schriftgraden auf dem Bildschirm und auch gedruckt noch besser lesen. Die Schrift ist mit den Standard-Ligaturen ausgestattet und unterstützt durch zahlreiche Akzente alle europäischen Sprachen (Albanisch, Baskisch, Bosnisch, Bretonisch, Katalanisch etc.) sowie Kyrillisch.


Downloaden kann man Exo 2 hier.
Lizenz und Download
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet..
 
 
FreeFont des Monats Mai 2014: Old Standard

Jeder, der schon einmal im späten 19. oder beginnenden 20. Jahrhundert gedruckte Bücher durchblättert hat, wird einen bestimmten typografischen Stil häufiger gesehen haben: eine moderne, schmallaufende klassizistische Antiqua. Auch wenn diese Art von Schriften aus der Mode gekommen ist, für die Gestaltung wissenschaftlicher (insbesondere linguistischer) Texte ist sie immer noch hervorragend geeignet, meint ihr Gestalter Alexey Kryukov.

Das Vorbild der Schrift fand Alexey Kyukov in 1966 und 1968 in der früheren Sowjetunion erschienenen Schriftkatalogen. Das Design der Schrift ist dabei keine bloße Reproduktion einer Bleisatzschrift sondern bemüht sich, den allgemeinen Eindruck der damals verwendeten Schriften wiederzugeben.

Die "Old Standard" ist wahrscheinlich die am besten ausgebaute, kostenlose Schrift der Welt. Gemeint ist dabei nicht die Anzahl der Schriftschnitte (hier gibt es lediglich regular, bold und italic) sondern die Anzahl der Zeichen: die "Old Standard" ist eine mehrsprachliche Schriftfamilie. Sie enthält nicht nur die standardmäßigen europäischen Akzente und Sonderzeichen (Basic Latin, Latin I Supplement, Latin Extended A, Latin Extended B (altgermanische Sonderzeichen und kroatische Akzente)) sondern natürlich auch eine kyrillische Version (inklusive moderner slawischer Varianten wie russisch, ukrainisch, belorussisch, serbisch und mazedonisch) sowie das griechische Alphabet (Greek Extended) und Sonderzeichen für mittelalterliches Englisch etc.

Zusätzlich zur Schrift gibt es ein umfassendes (englisches) Manual als PDF, das die Schriftgeschichte erläutert, Anwendungsbeispiele präsentiert und die Verwendung erklärt.

Lizenz und Download
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs und, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet. Downloaden kann man Old Standard hier.
 
 
FreeFont des Monats April 2014: Ostrich Sans

Ostrich Sans ist eine moderne, schmallaufende und serifenlose Versalschrift. Die Schriftfamilie ist deshalb in erster Linie für Headlines und ähnliches geeignet. Ostrich Sans umfasst folgende Schnitte: Ostrich Sans Black, Ostrich Sans Medium, Ostrich Sans Condensed Light, die Inline Varianten Ostrich Sans Bold (mit offenen Konturen) und Ostrich Sans Inline und Ostrich Sans Inline Italic, (geschlossene Konturen, sowie Ostrich Sans Dashed (eine gepunktete Variante) und Ostrich Sans Rounded.

Einziger Wermutstropfen sind die fehlenden Sonderzeichen, lediglich die Schnitte Ostrich Sans Inline und Ostrich Sans Inline Italic enthalten die Standard Akzente.

Gestaltet hat die Schrift Tyler Finck. Tyler stammt aus Maine und arbeitet seit 2005 als selbstständiger Grafik-Designer. Sich selbst beschreibt er als "Allrounder" nicht überragend in einem Spezialgebiet aber vielseitig interessiert. Auf seiner Internetseite präsentiert er die ganze Palette seines Schaffens: Fotografien, weitere Schriften, Videos und Grafik-Design.

Die Ostrich Sans lässt sich über die Internetseite der "League of Moveable Type". herunterladen. Die "League of Moveable Type" ist ein open-source Fontanbieter, der sich bemüht "die Welt der Typografie zu verbessern". Neben der Ostrich Sans finden sich auf der Internetseite eine ganze Reihe weiterer interessanter Schriften.

Die komprimierte ZIP-Datei mit der Schrift enthält neben der Open Type Version auch die Webfont-Formate .eot, .svg, .ttf, und .svg. Zusätzlich liegen die Quelldaten aus Fontlab und die .ufo-Daten für RoboFont) bei, so dass einer eigenen Bearbeitung (von der Lizenz ausdrücklich erlaubt) nichts im Wege steht.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1 zum Download angeboten, damit ist die Verwendung für kommerzielle Zwecke, das Einbetten in PDFs und, die Anwendung auf Internetseiten und sogar die Modifizierung des Fonts gestattet.

 
 
FreeFont des Monats März 2014: Lato

Die "Lato" ist eine serifenlose Schriftfamilie, die im Sommer 2010 vom Warschauer Designer Lukasz Dziedzic gestaltet wurde ("Lato" ist das polnische Wort für "Sommer"). Im Dezember 2010 wurde die "Lato" erstmals von Dziedzics Schriftlabel "tyPoland2 veröffentlicht.

Lukasz Dziedzic ist seit über 10 Jahren als Schriftdesigner tätig, die meisten seiner Schriften entstehen als Lösung ganz bestimmter Gestaltungsziele. Auch die "Lato" ist das Ergebnis einer solchen Arbeit. Die Schrift wurde als Hausschrift für einen großen Kunden entwickelt, der sich aber ab Ende für einen anderen Gestaltungsansatz entschied. So wurde es möglich, die Schriftfamilie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Bei der Gestaltung der Schriftfamilie die insgesamt aus zehn Schnitten besteht (Hairline, Light, Regular, Bold, Black und den dazugehörenden kursiven Schnitten) bemühte sich Lukasz Dziedzic eine im Fließtext neutral wirkende Schrift zu entwerfen, die in größeren Schriftgraden dann charakteristische Besonderheiten offenbart.
Die klassischen Proportionen verleihen den Buchstabenformen Harmonie und Eleganz, gleichzeitig wirkt die Schrift sehr zeitgemäß. "Männlich, weiblich und freundlich. Mit einer sommerlichen Stimmung", beschreibt Lukasz Dziedzic selbst seine Schrift.

Lizenz
Die "Lato" lässt sich z.B. bei Google Webfonts herunterladen und für private und kommerzielle Projekte kostenlos nutzen. Auch in PDFs darf die Schrift eingebettet werden. Da die Schrift unter der SIL Open Font Lizenz vertrieben wird, ist sogar die Bearbeitung und Modifizierung der Schrift gestattet.

Download
Die Schrift kann Google Webfonts heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats Februar 2014: AUdimat

Jack Usine ist Grafikdesigner und Schriftgestalter. Usine lebt und arbeitete in Bordeaux, zusammen mit Fanny Garcia betreibt er das Büro GUsto. Seine Schriften präsentiert er auf seiner Internetseite SMeltery. Unverkennbar ist das Interesse von Jack Usine an Alltagstypografie, auf seiner Internetseite vernacular.fr versammelt er eine ganze Reihe von Beispielen historischer Schilder und Inschriften (gemalt, gemeißelt, geschrieben, gebogen).

Neben kommerziellen Fonts die über MyFonts.com erworben werden können, gibt es auch eine ganze Reihe von Schriften, die Usine kostenlos anbietet.

Eine der kostenlosen Schriften ist die 2003 entstandene AUdimat. Die schmallaufende, konstruierte serifenlose Schrift besitzt einen leichten Retrocharme. Einige Besonderheiten sorgen für einen unverwechselbaren und eigenständigen Charakter. 2006 entstand eine überarbeitete Version, außerdem kamen drei Kursivschnitte dazu, eine passende Monospace-Version mit verschiedenen Schnitten stammt aus 2005.
Insgesamt gibt es 13 Schnitte der Schriftfamilie: AUdimat regular, italic, bold, bold sowie die AUdimatMono in den Schnitten bold, boldoblique, light, lightoblique, oblique, regular, SmallCaps, SmallCapsBold und SmallCapsLight.

Lizenz
Die Schriften lassen sich auf Smeltery.net herunterladen und für private und kommerzielle Projekte kostenlos nutzen. Auch in PDFs darf die Schrift eingebettet werden. Bei Verwendung der Schrift auf Internetseiten (@font-face) sollte ein Link auf die Smeltery-Internetseite verweisen.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats Januar 2014: Canter

Multilayerfonts lassen den Gestalter verschiedene Schnitte einer Schrift überlagern und ermöglichen damit zum Beispiel die Darstellung von farbig gefüllten Outlines, Schatten und ähnlichem. Besonders für Headlines, Poster oder Produktnamen eignen sich diese Schriftarten besonders.
Die vom New Yorker Designstudenten Christopher J. Lee 2013 gestaltete Canter ist seine erste mit FontLab Studio gestaltete Schrift - und schon sehr beeindruckend! Die Center ist eine schmal laufende, serifenlose Schrift die in ihren Formen an Art Deko Schriften aus den 20er Jahren erinnert. Die gut ausgebaute Kapitälchen-Schrift enthält zahlreiche Akzente und Sonderzeichen.

Insgesamt gibt es 6 Schnitte der Center: light, bold, shadow, strips, bold 3d und outline. Die Schnitte bold, shadow und strips bilden zusammen den Multilayerteil der Schrift. Zusammen ergeben die drei Schnitte einen Schriftzug mit schräg gestreiftem Schatten.

Lizenz
Die Schrift kann für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden, das Einbetten in PDFs, Flash-Dateien und Programme ist erlaubt. Auch in Internetseiten kann die Schrift über @font-face eingesetzt werden, solange ein Link auf die Fontfabric-Internetseite verweisen.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats Dezember 2013: Nautik

Als "Headline" deklarierte Schriften stellen wahrscheinlich die größte Gruppe der im Internet frei verfügbaren Schriften dar, trotzdem sind gut gemachte und gut ausgebaute Headlineschriften eher selten zu finden. Eine erfreuliche Ausnahme ist die "Nautik".

Gestaltet wurde die "Nautik" vom 1979 geborenen Kommunikationsdesigner und Schriftgestalter Henning Skibbe noch während seines Studiums an der FH Potsdam in Kursen von Lucas de Groot. Skibbe arbeitete nach dem Studium mehrere Jahre bei Factor Design in Hamburg und gründete dann 2010 mit Johannes Edler und Christian Tönsmann das Bureau ErlerSkibbeTönsmann. Für seine Schriftfamilie "Haptic" wurde er 2009 mit einem TDC2-Award ausgezeichnet, zusammen mit Johannes Erler aktualisierte er außerdem die FF Dingbats.
Die "Nautik" ist eine serifenbetonte, sehr schmallaufende Headlineschrift. Insgesamt fünf Schnitte der Schrift sind verfügbar: extralight, light, regular, bold und black, die Unterschiede der Strichstärken in den Schnitten sind allerdings sehr gering. Charakteristisch für die Schrift ist der Wechsel von Rundungen und Ecken (z.B. im c, a, u, e, etc.), wie er ansonsten in handschriftlichen und kalligrafischen Schriften häufig zu finden ist. Der Name der Schrift verweist auf den Schiffsbau, dem grundlegende Formen entlehnt sind.

Als Open Type Font bietet die Schrift Ligaturen und zahlreiche Sonderzeichen, unterstützt werden die gebräuchlichsten europäischen Sprachen.

Lizenz
Die Schrift kann für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden, das Einbetten in PDFs, Flash-Dateien und Programme ist erlaubt. Auch in Internetseiten kann die Schrift über @font-face eingesetzt werden, solange ein Link auf die Homepage von Henning Skibbe verweist.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats November 2013: Fira Sans und Fira Mono

Der 1947 geborene Erik Spiekermann ist zusammen mit Carois Type Design der Gestalter unserer in diesem Monat vorgestellten Schrift. Von Spiekermann stammen so bekannte Schriften wie FF Meta, ITC Officina oder die Hausschrift der Deutschen Bahn für die Spiekermanns Firma EdenSpiekermann 2007 den Design Preis der Bundesrepublik Deutschland erhielt.

Die Fira Sans (die zuerst Feura Sans genannt wurde) entstand für das Firefox OS (also das neu entwickelte offene Betriebssystem der Mozilla Corporation). Die Schrift basiert auf der humanistischen serifenlosen Meta die von Spiekermann ursprünglich für die Bundespost entworfen wurde, dort jedoch nie zum Einsatz kam. 1991 veröffentlichte Spiekermann die FF Meta bei seinem eigenen Label FontFont.

Die komplett neu gezeichnete Fira Sans ist schon eine richtig große Schriftfamilie, sie umfasst bislang acht (!) Sans-Schnitte (light, regular, medium und bold sowie die entsprechenden italics). Zusätzlich gibt es zwei Monospace-Varianten, die insbesondere für die Anforderungen beim Schreiben von Quellcode abgestimmt sind (unter anderem zusätzliche Box Drawing Glyphen und eine deutliche Differenzierung von leicht verwechselbaren Glyphen wie l, I und o und 0. Die Schrift beinhaltet alle Zeichen für WE/CE, Cyrillic und Greek (inklusive Small Cape und 4 Ziffernsets). Die Erweiterung der Familie um Arabisch und Hebräisch ist vorgesehen, außerdem ist für die Zukunft eine Ergänzung mit einer Serifenvariante geplant.

Die Fira Sans zeigt in charakteristischen Buchstaben ihre enge Verwandtschaft zur FF Meta, wie diese hat sie ein kleines "zweistöckiges" a, ein kleines g mit einer nicht ganz geschlossenen unteren Rundung usw. Insgesamt ist die Fira jedoch geradliniger als die Meta und verzichtet auf einige Besonderheiten wie die charakteristischen geschwungenen Anstriche am k, l, h, n.

Die Schrift ist für die Anwendung auf dem Bildschirm optimiert und läuft deshalb etwas breiter als die FF Meta, lässt sich jedoch auch in Print einsetzen.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz zum Download angeboten und lässt sich damit für private und kommerzielle Projekte kostenlos nutzen.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats Oktober 2013: Sofia

Schreibschriften verleihen Drucksachen, Internetseiten und Verpackungen eine persönliche Note. Mehr als Satzschriften für den Mengensatz sind Schreibschriften gerade in der Form von kalligrafischen oder handschriftlichen Fonts Ausdruck der Persönlichkeit des Gestalters.

Der 1977 in Concepcion (Chile) geborene Miguel Hernandez ist Grafiker, Schriftdesigner und Illustrator. Nach seinem Grafikdesign-Studium an der Universidad del BioBio (UBB) in Chillan war er an zahlreichen Schriftprojekten beteiligt, viele seiner Schriften basieren auf Rastersystemen. 2007 gründete er zusammen mit Felipe Soto Lationotype.

Zu den von ihm gestalteten Schriften zählen unter anderem die pixelbasierte Schrift Fundamental (2003).

In den letzten Jahren hat sich das Spektrum von Hernandez beträchtlich erweitert, serifenlose Schriften wie Chile Sans (ausgezeichnet mit dem Excellence Award, Tipos Latinos, 2008), pinselbasierte Schriften (Chela One), serifenbetonte Schriftfamilien (Sánchez, 2011) und von Holzlettern inspirierte Plakatschriften (Patagon, 2011) ergänzen seine bisherige Arbeit.

Einige seiner Schriften sind kostenlos verfügbar, wir möchten Ihnen in diesem Monat eine Schreibschrift von Miguel Hernandez vorstellen, die 2011 veröffentlichte Sofia.
Sofia ist eine elegante, sehr aufrechte Schreibschrift mit nur geringem Kontrast in der Strichstärke. Einige ungewöhnliche Buchstabenformen unterstreichen die eigenwillige Persönlichkeit der Schrift: z.B. das kleine "v" und "w", das große "Q", um nur einige zu nennen. Besonders im Packagingbereich lässt sich die relativ englaufende Sofia gut einsetzen. Akzentbuchstaben und Ligaturen auch für entlegenere europäische Sprachen wie Isländisch, Albanisch oder Estnisch sind natürlich verfügbar.

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1. zum Download angeboten und lässt sich damit für private und kommerzielle Projekte kostenlos nutzen. Auch in Internetseiten kann die Schrift z. B. über Google Fonts eingebunden werden.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.
 
 
FreeFont des Monats September 2013: Lora

Lora ist eine ausgewogene, moderne Satzschrift mit kalligrafischen Wurzeln, die man besonders deutlich an der einseitig geschwungenen Ausprägung der Serifen erkennen kann. Die Schrift ist mit ihren moderaten Kontrasten gut für den Mengensatz geeignet. Obwohl Lora für den Bildschirm optimiert ist, lässt sie sich im Printbereich einsetzen. Die Schrift ist in 4 Schnitten erhältlich (Regular, Italic, Bold, Bold Italic) und ermöglicht so auch die Gestaltung komplexerer Texte.
Gestaltet hat sie 2011 die russische Schriftdesignerin Olga Karpushina, die andere Schriften auch über kommerzielle Anbieter vertreibt (Private Sans, 2010). Von Olga Karpushina stammen auch Sirin Stencil, eine elegante 3-D-Schablonen Schrift und in Zusammenarbeit mit Alexei Vanyashin die klassizistische Vidalok (beide bei Google Fonts kostenlos erhältlich).

Lizenz
Die Schrift wird unter der SIL Open Font Lizenz 1.1. zum Download angeboten und lässt sich damit für private und kommerzielle Projekte kostenlos nutzen. Auch in Internetseiten kann die Schrift z. B. über Google Fonts eingebunden werden.

Download
Die Schrift kann hier heruntergeladen werden.